Bolivien: Gletscher: Huayna Potosí

Der Gletscher Huayna Potosí in Bolivien.
Der Huayna Potosí liegt etwa 25 km nördlich von La Paz. Er ist 6088 m hoch und gilt aufgrund seiner geringen Steigungen als einer der leichtesten 6000er der Welt. Daher ist er nicht nur für geübte Bergsteiger, sondern auch für abenteuerlustige Touristen aller Art ein beliebtes Ziel in Bolivien.
Vorbereitungen für die Besteigung des Huayna Potosí
Das wichtigste vor der Besteigung des Gletschers ist eine ausreichende Akklimatisierung. Man sollte bereits einige Tage auf über 3000 Meter verbracht haben. Wer sich nicht sicher ist, ob er die Höhe schon ausreichend verträgt, kann zum “Testen” zunächst auf den Gipfel des Chacaltaya (5421 m), der ebenfalls in Bolivien und der Nähe von La Paz liegt. Hier kann man bis auf etwa 5300 m mit dem Auto hochfahren. Wer möchte kann die letzten 100 Meter zum Gipfel zu Fuß zurücklegen und sich einige Zeit auf über 5400 m Höhe aufhalten. Wem das keine Probleme bereitet, der kann auch den Aufstieg zum Huayna Potosí wagen, der vom Gipfel des Chacaltaya bei schönem Wetter übrigens wunderbar zu sehen ist. Wer seine Tour auf den Huyana Potosí bei einem Anbieter in La Paz bucht bekommt diese Ein-Tages-Test-Tour auf Anfrage meist umsonst dazu.
Touren auf den Huayna Potosí können überall in La Paz vor Ort gebucht werden. Man sollte darauf achten, dass die Führer eine Lizenz besitzen und sich diese auch zeigen lassen. Zudem sollten neben einem Führer nie mehr als zwei Leute in einer Seilschaft gehen. Die komplette Ausrüstung (von Hose und Jacke über Mütze und Handschuhe, Seil, Bergschuhe, Steigeisen, Eispickel, etc.) kann gemietet werden und ist im Tourpreis meist enthalten.
Die Besteigung des Gletschers Huayna Potosí selbst kann als 2- oder 3-Tages-Tour gebucht werden. Wer drei Tage bucht hat den Vorteil, dass er am Fuß des Gletschers noch ein bisschen Eisklettern darf. Allerdings kann es auch ein Nachteil sein, da dann bereits die erste Nacht in großer Höhe und in einer kalten, unbeheizten Hütte verbracht wird, was schon so manchen um den, für dieses Vorhaben überaus wichtigen, Schlaf gebracht hat. Daher kann es passieren, dass aufgrund der Müdigkeit schließlich die Kraft für den vollen Aufstieg fehlt. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und muss jeder selbst entscheiden.
Der Aufstieg zum Gipfel des Huayna Potosí
Am ersten Tag geht es mit schwerem Gepäck (Eispickel, Steigeisen, schwere Bergschuhe, etc.) zum Refugio, dem Campo Alto Roca auf 5130 m. Da es nur selten einen richtigen Weg gibt und die Strecke zumeist über unwegsames Geröll und Felsbrocken führt, gestaltet sich der Aufstieg mit all dem Gepäck bereits schon hier sehr anstrengend. Die Strecke dauert etwa 2-3 Stunden.
Im Basecamp sollte man dann versuchen nach einer heißen Suppe möglichst bald schlafen zu gehen. Besonders wichtig ist es, einen wirklich warmen Schlafsack dabei zu haben, da auch diese Hütte nicht beheizt ist. Nur wenige finden in dieser Höhe wirklich Schlaf. In einem kleinen Raum mit etwa 12 anderen Personen schwindet der ohnehin schon spärliche Sauerstoff schnell dahin, sodass es häufig nicht lange dauert bis die ersten, nicht ausreichend akklimatisierten, über Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Atemnot klagen.
Nach ein paar meist unruhigen Stunden beginnt um 24 Uhr nach einer kurzen Stärkung der Aufstieg zum Gipfel des Huayna Potosí. Häufig ist es hilfreich vor dem Aufstieg noch ein Aspirin zu nehmen, da dieses das Blut verdünnt und daher manchen höhenbedingten Beschwerden vorbeugen kann.
Die Besteigung des Gletschers beginnt nachts, da dann der Schnee und das Eis noch fester sind. Dadurch sind die Eisbrücken über die Gletscherspalten noch hart und es besteht ein sehr viel geringeres Risiko einzustürzen. Zudem ist die Lawinengefahr geringer. Der Gipfel sollte zum Sonnenaufgang erreicht sein, damit Eis und Schnee auch beim Abstieg noch ausreichend fest sind.
Der Aufstieg selbst ist trotz der geringen Steigungen für ungeübte beschwerlich. In Zeitlupentempo wird rhythmisch ein Fuß vor den anderen gesetzt, da man sonst aufgrund des geringen Sauerstoffgehalts schnell außer Puste ist und viel zu viel und viel zu schnell Kraft verliert.
Trotz allem lohnt sich die Anstrengung. Wenn langsam die Sonne aufgeht, eröffnet sich ein fantastischer Blick. Man sieht nur eine riesige Fläche aus unberührtem weißen Schnee, einzig durchzogen von den eigenen Fußspuren. An verschiedenen Stellen leuchtet das kühle und klare Blau des Gletschereises durch. Man befindet sich über den Wolken, durch die sich die Spitzen der umliegenden Berge bohren. Dieser Blick und das Gefühl, diesen Weg geschafft zu haben sind unvergleichlich und unvergesslich.
Bilder der Besteigung des Huayna Potosí
Der Blick vom Chacaltaya auf den Huayna Potosí in Bolivien.
Der Aufstieg zum Refugio Campo Alto Roca auf 5130 m.
Auf dem Weg zum Gipfel des Gletschers Huayna Potosí in Bolivien.
Auf dem weißen Schneefeld über den Wolken ist nichts anderes zu sehen, als die eigenen Fußspuren.

Durch die Wolkendecke bohren sich die Gipfel der umliegenden Berge.



Mittwoch, 4. November 2009 15:34
Hallo,
vielen Dank für diesen informationsreichen Artikel.
Im Juli 2010 möchte ich den Berg besteigen. Können Sie mir bestimmte Agenturen empfehlen, die diese Tour anbieten? Wieviel kostet eine Tour ungefähr (inkl. Mieten von Jacke/Hose und restlicher Ausrüstung?
Vielen Dank schon im Voraus!
Grüße
Thomas
Donnerstag, 12. November 2009 15:06
Lieber Thomas,
leider weiß ich spontan nicht mehr, wie die Agentur hieß. Ich werde aber heute abend mal nachschauen und mich morgen wieder melden.
Viele Grüße,
Katharina
Mittwoch, 30. Dezember 2009 22:50
hallo Thomas,
die Agentur, mit der ich den Huayna Potosi bestieg war die Agetur Alberth in der Calle Illampu, La Paz. Ich war bestens zufrieden.
Es gab
1. ein Taxi zum vereinbarten Zeitpunkt am Treff.
2. 2 Männer, einer Bergfüher, der andere Koch.
3. es waren reichlich Lebensmittel dabei.
4. Es hat gekostet für 1 1/2 Tage 120 Dollar US für eine Person. Es war in 2006.
Wir sind in der Hüttte Campo Rocca um 2 Uhr früh gestartet, waren bei Dunkelheit auf dem Gipfel, und zur Hütte zurück um 8.45 Uhr.
Im Tal um 11 Uhr in El Alto um 13 Uhr beim MittagEssen. Das Taxi kam um eine Stunde verspätet zum Zongo, aber das konnte der Taxifahrer nicht wissen, dass alles so schnell ging.
Ich war sehr gut akklimatisiert, ich war schon drei Wochen zum Trekking in der Cordillera Real, bzw. Apolobamba unterwegs,und drei Wochen in La Paz.
Ich bin viel beruflich in den Bergen unterwegs, auch zum Trekking war ich mit der Agentur Alberth unterwegs.
Hermann Reisach, Bergführer
Samstag, 10. April 2010 0:11
sehr zu empfehlen ist die agentur
travel tracks (http://www.travel-tracks.com/)
sehr nette führer, max. 2 personen pro führer, der auch ein bisschen englisch spricht (völlig ausreichend) und das ganze für (stand april 2010) 700Bs (=ca. 70€ momentan).
viel spaß!
Dienstag, 11. Mai 2010 21:43
Hallo,
vielen Dank für die Tourbeschreibung.
Gerne würde ich wissen, ob die Besteigung des Huayna Potosí auch für wenig Berg-Erfahrene ohne Gletscher-Erfahrung in beschriebenem organisierten Rahmen möglich ist.
Und welche Voraussetzungen sollte man etwa für den Lagunillas – Agua blanca – Trek mitbringen?
Gruß,
Andeas
Montag, 9. August 2010 15:06
Für die Besteigung ist keine Gletscher-Erfahrung notwendig. Wenn man eine 3-Tages-Tour bucht, kann man am ersten Tag ein paar Stunden den Gebrauch von Steigeisen und Eisaxt kennenlernen. Wandererfahrung würde ich allerdings empfehlen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind ein Muss; ist immerhin ein 6000er und kein Sonntagsspaziergang.
Am wichtigsten ist die Akklimatisation, am besten durch Wanderungen in ähnlichen Höhen, da es ansonsten passieren kann, dass der Gipfel nicht erreicht wird. Meine Freundin hatte Probleme mit der Höhe und wurde deshalb nach drei Stunden Aufstieg mit einem anderen Guide, der mit nur einem Touristen ebenfalls frühzeitig den Abstieg begonnen hatte, zurück zum High-Camp geschickt.
Sonntag, 20. Februar 2011 19:48
Höhenanpassung
ich war 6 wochen vor dem Gipfel Huayna Potosi auf Trekking-touren auf Höhen vier bis fünftausend Meter unterwegs.Trotzdem schläft man auf der Hütte campo alto nicht so gut wie daheim.
auch ist die nacht kurz zum glück, um 1 bis 2 uhr geht es wieder los. Dann ist man bei tageslicht uauf dme gipfel und bevor es warm wird wieder auf der hütte zurück (und mittags in lapaz im risto).
zweitens: es geht ewine ausgeprägte Fusspur zu Hütte, die ist sogar im Satellitenbild google map zu sehen, und von allen Bergen gegenüber. Wenn täglich fünzig leute über die schutthalDend und moränen laufen, bleiben spuren wie die Nasca-Linien.
mfg
Hermann