Höhenkrankheit (Soroche) in Peru und Bolivien

Häufig treten bei Peru- und Bolivien-Reisenden gesundheitliche Probleme aufgrund der zum Teil ungewohnten Höhenlage auf. La Paz, Potosi, Arequipa oder Cusco beispielsweise, liegen zwischen 2353 m und 4065 m Höhe. Hier ist es nicht selten, dass die Reisenden von der sogenannten Höhenkrankheit (Soroche) geplagt werden.
Die Höhenkrankheit (Soroche) ist eine Folge des niedrigen Luftdrucks, der pro 1000 Höhenmeter um etwa 10 Prozent sinkt. Dies hat zur Folge, dass das Blut in der Lunge weniger Sauerstoff aufnehmen kann. So wird das Blut in Höhen über 3000 m nur noch zu 70 Prozent mit Sauerstoff gesättigt. Die trockene Höhenluft und die verstärkte Abatmung aufgrund des geringen Sauerstoffgehalts verursachen einen erhöhten Flüssigkeitsverlust, der eine Blutverdickung zur Folge haben und somit die Durchblutung der Organe und des Gehirns stören kann.
Die ersten Warnzeichen der Höhenkrankheit können bereits ab 2000 m auftreten, ab 3000 m sind sie häufig. Zu den typischen Symptomen zählen Müdigkeit, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, oder Schlafstörungen. In schweren Fällen können auch zu Bewusstlosigkeit und heftige Lungenstörungen auftreten. In besonders schweren Fällen kann es sogar zum Tod durch Ersticken, zu einer Embolie, Thrombose oder einem Herzinfarkt kommen.
Für gewöhnlich ist es ausreichend, die ersten Tage in der großen Höhe ruhig anzugehen und dem Körper Zeit für die Umstellung zu geben. Vor, während und einige Stunden nach der Anreise in andine Höhenlagen sollte nur wenig, leichtverdauliches Essen zu sich genommen werden. Wichtig ist aufgrund des vermehrten Flüssigkeitsverlusts, dass viel Wasser getrunken wird – auch wenn man nicht durstig ist. Alkohol sollte man zunächst meiden und auch auf das Rauchen sollte vorerst verzichtet werden.
Häufig hilft aufgrund seiner blutverdünnenden Wirkung schon ein Aspirin. Ein gutes und beliebtes Hausmittel ist auch der kreislaufanregende Mate de Coca (Coca-Tee), der in Peru und Bolivien in allen Restaurants legal erhältlich ist. Natürlich gibt es in den peruanischen und bolivianischen Apotheken auch spezielle rezeptfreie Medikamente gegen die Höhenkrankheit, wie etwa Paspertin, Effortil oder Coramina Glucosa. Dennoch ist zu bedenken, dass diese Medikamente die Symptome nur überdecken und dadurch dazu verleiten können in noch größere Höhen aufzusteigen, was sehr gefährlich werden kann. Grundsätzlich gilt: Verschwinden die Symptome nach einigen Tagen nicht von selbst oder werden sogar schlimmer, hilft nur noch das Einatmen von Sauerstoff oder der Rückzug nach unten. Wichtig ist es vor allem, bei Anzeichen von Höhenkrankheit, nicht weiter aufzusteigen. Das gilt insbesondere für Höhen ab 4000 m.