Peru: Der Norden: Chachapoyas

Das wunderschöne Valle de Belén bei Chachapoyas in Nordperu.
Der Norden Perus ist touristisch bei weitem noch nicht so gut erschlossen wie der Süden. Von Chachapoyas aus beispielsweise lohnt eine mehrtägige Tour. Zu sehen gibt es noch bis vor kurzem verborgene Städte, alte Sarkophage, Wege, Straßen und Ruinen, die immer noch beinahe völlig vom Regenwald verdeckt sind. Eine Tour, die einem das Gefühl gibt in noch unbekannte und geheimnisvolle Gebiete vorzudringen.
Chachapoya: Die Wolkenkrieger
Die Provinz und Stadt Chachapoyas in Peru sind nach dem prähistorischen Andenvolk Chachapoya (1100 – 1400 n. Chr.) benannt, das etwa zur gleichen Zeit lebte wie die Inkas. Die Inkas gaben den Chachapoya auch ihren Namen, der soviel bedeutet wie Wolkenkrieger. Der Name ist auf die Höhen von 2800 m bis 3400 m zurückzuführen, in denen sich die Chachapoya angesiedelt haben. Die Chachapoya waren erbitterte Gegner der Inkas. Der Inkakönig Tupac Inca Yupanqui besiegte die Chachapoya zwar 1470 in einem großangelegten Feldzug, konnte sie jedoch nie endgültig unterwerfen.
Eine Tour in der Umgebung von Chachapoyas
Eine der vielen möglichen Touren in der Umgebung von Chachapoyas ist eine Vier-Tages-Trekking-Tour. Auf die Tour sollte man vor allem warme Kleidung mitnehmen, da man sich stets in Höhen von 2000 bis über 3000 Metern befindet. Vor allem in der Regenzeit sollten auch ein guter Regenschutz und Gummistiefel mit dabei sein.
Am ersten Tag geht es zu den Sarkophagen von Sholon und Karajia und in einer mehrstündigen Trekkingtour durch eine wunderschöne Landschaft bis zum grünen Valle de Belén. Hier übernachtet man in einer behelfsmäßigen Hütte mit Kühen und Pferden vor der Tür, einer abenteuerlichen Küche und natürlich ohne Strom und Heizung. Decken sind jedoch genügend vorhanden.
Am nächsten Tag geht es dann etwa 6 Stunden zu Fuß weiter durch das schöne Tal und hinauf in den Nebelwald. Der Weg läuft teilweise über alte Chachapoya-Straßen und immer wieder verstecken sich im Dschungel Ruinen alter Dörfer und Städte der Chachapoya. Diese Überbleibsel der alten Kultur wurden gerade erst entdeckt und es kommen ständig neue Entdeckungen dazu. Die Ruinen sind noch nicht gereinigt. Sie liegen einfach im Dschungel. Von außen ist nichts zu sehen, sie sind völlig überwuchert und bewachsen, umhüllt von Nebel und es gibt keine Menschen weit und breit – erst recht keine anderen Touristen. Von den Einheimischen werden immer wieder neue Ruinen entdeckt und man vermutet, dass sich hier ein riesiges Areal alter Chachapoya-Siedlungen verbirgt. Bisher weiß man noch kaum etwas darüber, da das Geld für eine Reinigung und genauere Erforschung noch nicht aufgebracht wurde. Erst jetzt nimmt das Interesse langsam zu und man selbst ist mitten drin – einfach spannend und faszinierend.
Die Nacht verbringt man dann bei einer peruanischen Familie, bevor es am nächsten Tag zunächst 6 Stunden mit den Maultieren weitergeht. Besonders in der Regenzeit sind die Wege voller Matsch und glitschigen Steinen, weshalb die Strecke des dritten Tages ohne Maultiere in dieser Zeit nicht zu bewältigen wäre. Ich habe wirklich mehr als nur gestaunt, wie diese robusten Tiere klettern können. Wieder geht es durch den Nebelwald und unberührte Natur. Die letzten etwa 2,5 Stunden müssen dann wieder zu Fuß zurück gelegt werden, bis man in ein kleines Dorf mit einem kleinen Hostal kommt. Hier gibt es dann auch endlich wieder eine Dusche (wenn auch nur mit kaltem Wasser).
Am vierten und letzten Tag geht es dann schließlich mit dem Auto nach Kuélap, einer großen Festung der Chachapoya und der, neben Machu Picchu, zweiten herausragenden archäologischen Sehenswürdigkeit in Peru. Kuélap ist die erste der vielen hier im Umkreis vermuteten Ruinen, die gesäubert, ausgegraben und erforscht wird.
Natürlich gibt es im Umkreis von Chachapoyas noch viele andere Dinge zu entdecken und viele andere Tour-Möglichkeiten. Gerade weil die Region derzeit immer mehr in den Blickpunkt des touristischen Interesses rückt, wird sich hier in kurzer Zeit viel verändern und es wird viele neue Angebote für eine individuelle Gestaltung des Urlaubs geben. Eine gute Adresse, an die man sich wenden kann ist Jesus (im Hostal Revash (Plaza de Armas) nach ihm fragen), der selbst die Architektur der Chachapoya studiert hat und immer wieder neue und individuelle Touren anbietet.
Bilder der Gegend um Chachapoyas
Die Sarkophage von Sholon.
Die Sarkophage von Karajia.
In der Regenzeit kann es schonmal matschig werden.
Das faszinierende Valle de Belén im Norden von Peru.
In der Hütte ganz links, mitten im grünen Valle de Belén, befinden sich die Betten und die Küche.
Weiter geht es nach oben, in den Nebelwald.

Auf alten Chachapoya-Straßen durch den Dschungel.
Im Nebelwald liegen dicht bewachsen alte Chachapoya-Ruinen verborgen.


Das letzte Ziel ist schließlich die überragende Ruinen-Anlage Kuélap.