Peru: Pisco, die Islas Ballestas und die Halbinsel Paracas

Seelöwe auf den Islas Ballestas bei Pisco.

Seelöwe auf den "Islas Ballestas" bei Pisco.

Pisco ist eine ruhige kleine Hafenstadt im Süden von Peru. Spätestens hier sollte jeder Peru-Reisende das peruanische Nationalgetränk Pisco Sour probieren. Desweiteren lohnt sich von Pisco aus eine Besichtigung der Halbinsel von Paracas und der vorgelagerten Isla Ballestas. Zusammen bilden sie das Nationalreservat von Paracas. Neben unzähligen Vögeln sind hier vor allem die vielen Mähnenrobben eine beliebte Touristen-Attraktion.

Pisco und das Erdbeben von 2007

Pisco wurde am 15. August 2007 durch ein Erdbeben der Stärke 8,0 beinahe völlig zerstört. 85% der Stadt fielen dem Erdbeben von Pisco, welches noch 3 Nachbeben nach sich zog, zum Opfer. Insgesamt starben mehr als 500 Menschen, über 1600 Menschen wurden verletzt.

Bei einem Gang durch die völlig zerstörte Stadt hat man das Gefühl, als hätte hier gerade ein Bombenangriff stattgefunden. Überall zerstörte Häuser und Hilfszelte. Von der Kirche, in der allein 90 Menschen zu Tode kamen, stehen nur noch die Außentürme. Dennoch oder gerade deshalb freuen sich die Menschen in Pisco über jeden Touristen, der ein bisschen Geld und Normalität in die Stadt bringt. Daher sollte man sich trotz der erschütternden Bilder nicht scheuen, die Stadt zu besuchen. Ein Besuch hilft den Menschen dort mehr, als das Fernbleiben der Touristen.

Auch wenn Pisco am Meer liegt, sind die Strände nur bedingt zum Baden geeignet. Augfrund des Humboldtstroms ist das Wasser meist sehr kalt und die Strände sind von Müll und angeschwemmtem Treibgut verdreckt.

Das Nationalreservat Paracas

Lohnenswert ist dagegen ein Besuch der Islas Ballestas und/oder der Halbinsel Paracas. Gemeinsam bilden sie das Nationalreservat Paracas bei Pisco. Das Reservat wurde am 25. September 1975 gegründet und soll dem Schutz von Meeressäugern und Seevögeln wie beispielsweise Pelikanen, seltenen Blaufußtölpeln, Grautölpeln, Guanay (Guano-Scharben), Guanotölpeln, Biguascharben, Bunstscharben, Humboldt-Pinguinen, Mähnenrobben und anderen dienen.

Die Halbinsel Paracas bei Pisco

Ein Wahrzeichen von Paracas war lange Zeit eine Felsformation, die durch Wind und Meer gebildet wurde. Diese La Catedral genannte Felsbrücke wurde bei dem Erdbeben 2007 jedoch großteils zerstört.

Desweiteren befindet sich etwa 3 km hinter Paracas, am Beginn der Halbinsel das sehenswerte Archäologische Museum Julio C. Tello, in dem man sich anhand verschiedener Funde und Modelle über die Paracas-Kultur (ca. 1000 v. Chr. – 200 n. Chr.) informieren kann.

El Candelabro

Wer nur wenig Zeit mitbringt, für den lohnt sich ein Besuch der Islas Ballestas bei Pisco. Hier geht es vom Hafen in Paracas mit einem Motorboot zu einer etwa zweistündigen Tour um die Inseln.
Der Weg führt zunächst vorbei am beeindruckenden El Candelabro (Der Kerzenleuchter). Hierbei handelt es sich um ein in den Wüstensand eingekerbtes Bild mit einer Höhe von 128 m und einer Breite von über 70 m. Die einzelnen Linien sind etwa 30 cm tief. Vom Wasser aus ist er perspektivisch leicht verzerrt. Er ist uralt und gibt den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf, stilistische Ähnlichkeiten mit den Bodenzeichnungen von Nazca sind jedoch unverkennbar. Trotz der starken Pazifikwinde lässt sich der Candelabro nicht vom Wüstensand zuwehen, da der Untergrund aus verhärtetem Sand besteht. Der Candelabro hat seinen Namen augrund seiner Form die an einen dreiarmigen Kerzenleuchter erinnert. Wahrscheinlich stellt das Scharrbild den halluzinogenen Kaktus San Pedro dar, der bei den Menschen der Gegend früher als heilig galt. Seit jeher dient er Fischern und Seefahrer als Orientierungspunkt.

Die Islas Ballestas bei Pisco

Weiter geht es mit dem Boot zu den Islas Ballestas. Hierbei handelt es sich um eine wild zerklüftete Inselgruppe mit Klippen und ungewöhnlichen Felsformationen. Die schiere Masse der hier lebenden Seevögel und Robben ist überwältigend. Zehntausende von Pelikanen, seltenen Blaufußtölpeln, Guanay (Guano-Scharben), Grautölpeln, Guanotölpeln, Bunstscharben, Biguascharben und Humboldt-Pinguinen leben hier. Der Gestank den die zigtausenden Vögel verursachen ist enorm, doch ebenso überwältigend ist es, ihnen beim Sturzflug in die grünblauen Fluten des Pazifiks zuzusehen und das Spiel der Seelöwen zu beobachten, die sich von den Booten in keinster Weise aus der Ruhe bringen lassen und sich faul und genüsslich in der Sonne aalen. Wer Glück hat, bekommt sogar ein paar Delfine zu Gesicht.

Aus naturschutzgründen dürfen die Inseln nicht betreten und die Tiere nur vom Boot aus beobachtet werden.

Touren und Preise zur Halbinsel von Paracas und den Islas Ballestas bei Pisco

Eine Tour zur Paracas-Halbinsel dauert in der Regel einen halben Tag, in Verbindung mit den Islas Ballestas einen ganzen Tag. Die Tour kann sowohl auf eigene Faust durchgeführt werden, als auch in einem der Reiseagenturen in Pisco oder diekt am Hafen von Paracas gebucht werden. Von Pisco aus fahren täglich mehrere Busse und Colectivos nach Paracas, ein Taxi kostet etwa 5 Euro. Der Eintritt in das Naturschutzgebiet und das Museum kostet noch einmal 3 Euro. Eine gebuchte Ganztageskombination mit der Halbinsel Paracas, den Islas Ballestas und dem Museum kostet bei einer Reiseagentur in Pisco etwa 13 Euro, wer direkt am Hafen bucht muss etwa 10 Euro zahlen zuzüglich der Fahrt zum Hafen.

Bei wenig Zeit ist ein Bootsausflug zu den Islas Ballestas vorzuziehen. Die Preise hierfür sind von der Leistung des Anbieters, der Jahreszeit und der Bootsqualität abhängig und bewegen sich um die 8 Euro pro Person inkl. Anfahrt von Pisco. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Bootstour mindesten 1,5 Stunden dauert und die Seelöwen-Kolonie miteingeschlossen ist. Am besten sind die morgendlichen Touren, nachmittags finden häufig keine Touren mehr statt.

Bilder

Das vom Erdbeben zerstörte Pisco.

Das vom Erdbeben zerstörte Pisco.

Von der Kirche stehen nur noch die Außentürme.

Von der Kirche stehen nur noch die Außentürme.

Hilfszelt

Hilfszelt

Am Hafen von Pisco.

Am Hafen von Pisco.

El Candelabro

El Candelabro

Humboldt-Pinguine

Humboldt-Pinguine

Auf den Islas Ballestas leben zigtausende Seevögel.

Auf den Islas Ballestas leben zigtausende Seevögel.

Pelikane auf den Islas Ballestas.

Pelikane auf den Islas Ballestas.

Seelöwen-Kolonie auf den Islas Ballestas.

Seelöwen-Kolonie auf den Islas Ballestas.

Rückenflosse eines Delfins am Hafen von Pisco.

Rückenflosse eines Delfins am Hafen von Pisco.

Autor: admin
Datum: Sonntag, 28. September 2008 21:58
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