Pisco und Pisco Sour
Pisco ist das Nationalgetränk Perus. Das schmackhafte piscohaltige Mixgetränk Pisco Sour sollte sich kein Peru-Reisender entgehen lassen. Meist wird der Pisco Sour zur Begrüßung gereicht oder als Aperitiv getrunken.
Die Spanier erkannten bereits im 16. Jahrhundert, dass in den Flussoasen der Küstenwüste Perus ideale Voraussetzungen für den Weinanbau herrschen. Sie pflanzten Quebranta-Reben an und Peru entwickelte sich innerhalb von 100 Jahren zu einem der wichtigsten Weinanbaugebiete der südamerikanischen Kolonien.
Aus dem Wein wurde Pisco gebrannt. Um einen Liter dieses speziellen Weinbrands zu erhalten, werden 6 bis 7 kg Piscotrauben benötigt. Pisco entwickelte sich schnell zum Exportschlager in die alte Welt und 1629 erhängten die Spanier sogar ein Embargo über peruanische Weinprodukte, um den Weinanbau im eigenen Land zu schützen.
In Pisco und den umliegenden Flussoasen wird die Herstellung des Weinbrands noch immer nach traditionellen Methoden vorgenommen. Alte Pressen, Steingefäße, hartes Brennholz und Destillationsgeräte wie vor hunderten vo Jahren kommen zum Einsatz.
Woher der Name Pisco für den Weinbrand stammt ist umstritten. Eine Meining ist, dass der Pisco schlicht nach seinem Anbaugebiet, der Region Pisco in Peru, benannt ist. Eine andere Theorie besagt, dass das Wort aus der alten Inkasprache Quechua kommt und soviel heißt wie “fliegender Vogel”. Daher wurde auch die heutige Stadt aufgrund des großen Vogelreichtums Pisko genannt. Hier wurden früher diverse Gefäße von hoher Qualität zur Aufbewahrung von Alkohol, unter anderem von Pisco, hergestellt und als Piskos bzw. Pisquillos bezeichnet. Dieser Theorie zufolge wurde der Weinbrand nach den Gefäßen benannt, die ihn beinhalten. Eine dritte Theorie besagt, dass der Name auf die Quechua-Bedeutung “fliegender Vogel” zurückzuführen sei, da man sich nach dem Genuss von Pisco eben wie ein fliegender Vogel fühle.
Pisco gilt sowohl in Chile als auch in Peru als Nationalgetränk und beide Länder beanspruchen jeweils für sich das alleinige Recht Pisco herstellen zu dürfen. Inzwischen hat Peru die weltweite Pisco-Vermarktung an das Nachbarland Chile verloren, das mit 50 Millionen Litern etwa die dreißigfache Menge produziert. Unter dem Motto Peruano desde siempre (schon immer peruanisch) kämpft Peru für die Authentizität des peruanischen Pisco und will den Markennamen weltweit urheberrechtlich schützen lassen.
Der Pisco Sour ist seit den 1920er Jahren bekannt. Er wird mit 3 Teilen Pisco (43%Vol.), 1 Teil frischgepresstem Zitronensaft, 2 Teelöffeln löslichem Zucker, 1 Eiweiß und 10 gestoßenen Eiswürfeln zubereitet. Im Mixer etwa 2 Minuten durchrühren, in Gläser füllen und nach Wunsch mit Zimt bestreuen.