Neuseeland: Die Kauri-Wälder von Waipoua und Trounson

Die Kauri-Bäume in Neuseeland sind die zweitgrößte Baumart der Welt.
Die Kauri-Bäume von Neuseeland sind die zweitgrößte Baumart der Welt. Übertroffen werden die Kauris nur von den Sequoias, den Mammutbäumen. Heute gibt es nur noch wenige Kauri-Bäume, die vor allem in den Kauri-Wäldern von Waipoua und Trounson auf der Nordinsel von Neuseeland zu finden sind.
Die Nutzung der Kauris durch die Maori
Einst waren Northland, die Coromandel Peninsula und Auckland von einem mächtigen Mischwald mit vielen Kauris bedeckt. Für die Maori war das Fällen der riesiegn Bäume mit Ihren einfachen Werkzeugen sehr schwierig. Sie beschränkten sich darauf, Kauri-Bäume nur für den Bau von Kriegskanus zu verwenden. Das Harz, das die Bäume absondern, kauten die Maori, verwendeten es beim Fischfang und stellten Fackeln daraus her. Das pulverisierte Harz verbrannten sie, um Pigment für ihre traditionellen Tätowierungen herzustellen.
Die Abholzung der Kauris durch die Europäer
Die Europäer hingegen brachten Ochsenwagen, Metallwerzeuge und Räder und bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hatten sie beinahe den gesamten Bestand an Kauris gefällt. Vor allem die jungen Bäume eigneten sich hervorragend für die Masten der Segelschiffe der europäischen Einwanderer. Und auch die größeren und älteren Bäume blieben nicht lange unbeachtet. Ihre einfache Bearbeitung und Widerstandsfähigkeit sowie das feine Holz mit der geraden Maserung machten Sie bei den Einwanderern schnell zu einem beliebten Möbelholz. War erstmal alles abgeholzt, kamen die gumdigger. Sie sammelten das Harz, dass die Kauri, die zu den Fichtenarten zählen, absonderten. Das Rohmaterial wurde für Möbelpolitur, Zahnprothesen, Linoleum oder edle Bucheinbände exportiert.
Heute findet man nur noch in den Wäldern von Waipoua und Trounson zusammenhängende Überreste von Kauri-Bäumen. Das Fällen der Giganten ist inzwischen gesetzlich verboten, solange die Kauris gesund sind. Lediglich für den Bau eines Zeremonialkanus der Maori wird hin und wieder eine Ausnahme gemacht.
Die Kauris von Waipoua
Bereits die Fahrt zu den Kauri-Wäldern ist atemberaubend. Die kurvige Straße führt durch beinahe tropisch anmutenden undurchdringlichen neuseeländischen Busch. Es gibt einige schön angelegte Wege durch die Wälder von Waipoua und Trounson, die an den bekanntesten der noch existierenden Kauris vorbeiführen. Kauris können bis zu 2000 Jahre alt werden, bis zu 50 m hoch und 20 m dick. Der bekannteste und älteste Kauri-Baum ist heute der Tane Mahuta, der “Gott des Waldes”, im Waipoua Kauri Forest. Er ist 1200 Jahre alt, 6 m breit und 18 m hoch. Weiter die Straße entlang führen immer wieder kleinere Wege zu weiteren Kauri-Bäumen, wie den Four Sisters oder dem Te Matua Ngahere, dem “Vater des Waldes” und zweitgrößtem Kauri.
Wer eine Reise auf die Nordinsel von Neuseeland macht, sollte sich den atemberaubenden Busch mit mehreren Wassserfällen und den beeindruckenden Kauri-Bäumen von Waipoua und Trounson nicht entgehen lassen. Im Waipoua Forest Visitor Centre erhalten Interessierte zudem einen spannenden Einblick in die Geschichte der Kauris und ihrer Abholzung durch die Europäer.
Bilder der Kauri-Wälder von Waipoua und Trounson
Der Weg zu den Kauri-Wäldern von Waipoua und Trounson führt durch dichten neuseeländischen Busch.

Einige Wege durch die Wälder führen vorbei an kühlen Wasserfällen.
Der derzeit größte und älteste Kauri ist der Tane Mahuta, der “Gott des Waldes”, im Waipoua Forest.
Diese beiden Kauris sind mit der Zeit zu groß geworden, um nebeneinander zu stehen – also haben sie sich entschlossen einfach zusammenzuwachsen. So können beider weiter existieren.