Peru: Cusco: Saqsaywamán

In der näheren Umgebung von Cusco stößt man beinahe alle paar Meter auf alte Ruinen aus der Inkazeit und auch der Präinkazeit. Eine der mächtigsten und beeindruckendsten Ruinenanlagen um Cusco ist Saqsaywamán.

Um die Festungsanlage Saqsaywamán ranken sich einige Legenden und Geheimnisse. Einige Archäologen halten die Anlage für eine reine Kultstätte des Sonnengottes noch aus der Präinkazeit. Der Großteil der Forscher ist sich jedoch einig, dass es sich um eine gigantische Festungsanlage handelt. Eine Legende besagt, dass in Saqsaywamán der sagenhafte Schatz der Inka versteckt sein soll. Schätzgräber durchforsteten das ganze Gelände über einen Zeitraum von 300 Jahren nach dem legendären Schatz. Finden konnten sie jedoch nichts. Unter der Festung sollen unterirdische Gänge liegen, die bis zu den Inka-Palästen in Cusco reichen und ein Fluchtweg für die Inka-Könige gewesen sein sollen.

Faszinierend sind vor allem die gigantischen Steine, die trotz ihrer massiven Größe passgenau aneinander gefügt sind. Die Inka sind für ihre einzigartige und beeindruckende Architektur bis heute berühmt und noch unglaublicher wird der Anblick, wenn man sich bewusst macht, dass es bei den Inkas noch kein Rad gab. Der größte Stein in Saqsaywamán hat die Ausmaße 6,20 x 5 x 4 Meter und ein Gewicht von 42 Tonnen. Bis heute ist die Technik des Transports ein Rätsel für die Archäologen. Die Steine sind durch Steinbolzen und -zapfen wie Legosteine miteinander verbunden, sodass kein Mörtel benötigt wurde. Bei den in Südamerika häufig auftretenden Erdbeben konnten die Mauern auf diese Weise mitschwingen und sind bis heute sozusagen erdbebensicher.

“Wamán” ist ein Wort aus der alten Inkasprache Quechua und heißt soviel wie “Falke”. So soll der Grundriss von Saqsaywamán einem Falken gleichen. In der Inkazeit war die Gegend um Saqsaywamán einer der meist gefährdeten Zugänge zu Cusco, der Hauptstadt des Inkareiches, und eine Festung damit unverzichtbar. Der 10. Inca, Tupac Yupanki, ordnete den Bau der Festung Saqsaywamán an. Sein Nachfolger Huayna Cápac führte ihn weiter. Insgesamt sollen 20.000 bis 40.000 Menschen über 70 Jahre an der gewaltigen Anlage gebaut haben.

Trotz der großen Zerstörungswut der spanischen Eroberer und mehrerer schwerer Erdbeben sind drei übereinandergebaute Mauerwälle sehr gut erhalten. Am beeindruckendsten ist die unterste Mauer mit 600 m Länge. Die unterste Mauer ist 9 m hoch, die mittlere sogar 10 m und die oberste 5 m. Die Festung galt als uneinnehmbar.

Ab 17 Uhr ist der Eintritt in Saqsaywamán kostenlos. Die Anlage wird abends zwar angestrahlt, doch in jüngster Zeit kam es nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Weg die Treppen hinunter nach Cusco zu Überfällen und auch sexuellen Belästigungen von Touristen, die alleine unterwegs waren. Sicherer ist es also in einer kleinen Gruppe zu gehen, mit einem Taxi nach Saqsaywamán und zurück zu fahren oder aber, wenn man alleine ist, die Festung vor Einbruch der Dunkelheit wieder zu verlassen.

Bilder von Saqsaywamán bei Cusco in Peru

So dick wie diese 4 Steine sind die Mauern der Festungsanlage Saqsaywamán.

So dick wie diese 4 Steine sind die Mauern der Festungsanlage Saqsaywamán.

In den Ruinenanlagen von Saqsaywamán laufen, wie beinahe überall in Peru, die Lamas frei herum.

In den Ruinenanlagen von Saqsaywamán laufen, wie beinahe überall in Peru, die Lamas frei herum.

Die tonnenschweren, passgenauen, gigantischen Mauern sind überwältigend.

Die tonnenschweren, passgenauen, gigantischen Mauern sind überwältigend.

Durch einige, allerdings nur noch kurze, unterirdische Gänge kann man noch heute gehen.

Durch einige, allerdings nur noch kurze, unterirdische Gänge kann man noch heute gehen.

Blick über einen kleinen Teil von Saqsaywamán.

Blick über einen kleinen Teil von Saqsaywamán.

Von saqsaywamán aus hat man auch einen wunderschönen Blick über Cusco.

Von Saqsaywamán aus hat man auch einen wunderschönen Blick über Cusco.

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Autor: admin
Datum: Freitag, 20. Februar 2009 11:06
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