Peru: Trujillo: Chan Chan

Chan Chan bei Trujillo an der Küste von Peru ist eine Stadt, die komplett aus Lehmziegeln erbaut wurde. Umso erstaunlicher ist es, dass auch heute noch große Teile Chan Chans gut erhalten sind – wie lange noch, ist allerdings fraglich.

Chan Chan

Das Volk der Chimú beherrschte etwa von 1000 – 1450 n.Chr. die Küstenwüste von Peru. Das Reich zog sich von Paramonga bis Tumbes und Chan Chan war die prächtige Hauptstadt. Chan Chan war über 20 km² groß (heute sind nur noch 14 km² erkennbar) und vollständig von einer Adobemauer umgeben. Die Blütezeit von Chan Chan war im 13. und 14. Jahrhundert. Zu dieser Zeit beherbergte die Stadt 50.000 bis 80.000 Einwohner und war damit die größte Stadt Südamerikas, wahrscheinlich sogar der ganzen Welt. Noch nie gab es eine größere Stadtanlage, die nur aus Lehmziegeln erbaut war.

Chan Chan bei Trujillo ist symmetrisch angeordnet und an ein künstliches Bewässerungssystem angeschlossen ohne das die Versorgung einer so großen Stadt nicht gewährleistet gewesen wäre. Für die Wasserversorgung wurde das Wasser des Rio Moche in 130 x 45 m großen Becken gesammelt. Für die großen landwirtschaftlichen Anbauflächen um Chan Chan wurde das Wasser aus über 100 Brunnen genutzt.

Das Ende von Chan Chan und dem Chimú-Reich

So wie das ausgeklügelte Bewässerungssystem die großartige Blüte von Chan Chan beim heutigen Trujillo erst möglich machte, so war es auch ihr Untergang. Die Inka sperrten die Bewässerungsanlagen der Chimú in den Bergen ab. Ohne Wasser konnte die Bevölkerung von Chan Chan den Inka nicht lange standhalten und 1460 war das Ende von Chan Chan und den Chimú gekommen. Ihr König wurde gefangen genommen und nach Cusco verschleppt, wo er eine Inkaprinzessin heiraten musste.  Die besten Lehrmeister, Handwerker und Goldschmide der Chimú wurden ebenfalls nach Cusco gebracht, um dort dem Inkareich zu dienen. Die Straßen des Chimú-Reiches wurden in das Straßensystem der Inka integriert. Wohin der Rest der Bevölkerung von Chan Chan geflohen ist, ist bis heute unklar.

Die Zerstörung von Chan Chan

Obwohl es in der Küstenwüste von Peru bei Trujillo, in der Chan Chan errichtet wurde, kaum regnet, sind nur noch Bruchstücke der gigantischen Stadt erhalten. Neben der Zerstörung durch Menschen sind vor allem starke Niederschläge Schuld daran, die 1925 über Peru hinwegfegten. Damals gab es die bis dato heftigsten Regenfälle in Nordperu. Der Regen zerstörte fast alle der Adobereliefs von Chan Chan und hinterließ eine Stadt, die aussieht wie geschmolzenes Wachs.

1997/98 zerstörten das Klimaphänomen El Niño und damit einhergehender Regen weitere Teile von Chan Chan. Dennoch sind viele Stadtsektoren und Viertel, wie auch einige Adobereliefs von Chan Chan noch gut erhalten und ein Besuch lässt einen staunen, wie eine scheinbar so verletzliche Stadt aus Lehmmauern so groß und mächtig werden konnte.

Bilder von Chan Chan

Restauriertes Adoberelief in Chan Chan

Restauriertes Adoberelief in Chan Chan

Nach mehreren heftigen Niederschlägen erinnern die Mauern von Chan Chan an geschmolzenes Wachs.

Nach mehreren heftigen Niederschlägen erinnern die Mauern von Chan Chan an geschmolzenes Wachs.

Einer der riesigen Wasserbehälter, des ausgeklügelten Bewässerungssystems von Chan Chan.

Einer der riesigen Wasserbehälter, des ausgeklügelten Bewässerungssystems von Chan Chan.

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Datum: Freitag, 20. Februar 2009 11:06
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