Eine Reise durch das Outback Australiens

In Australien lernt man sehr schnell die Kilometerangaben anders zu handhaben als bei uns in Deutschland. Schnell fährt man mal 300km in die nächste Stadt und am gleichen Tag wieder zurück; keine weite Strecke in Australien. Dort fangen die weiten Strecken erst ab ca. 700km an, für einen Europäer schon ein richtiger Tagestrip, der sich nur mit mindestens einer Übernachtung lohnt.

Genauso muss man auch das Outback Australiens angehen. Man fährt mal eben von der Ostküste in den Norden des Kontinents, nach Darwin, und ist mit dem Bus geschlagene 36 Stunden unterwegs. Auf dem Weg dorthin geht die Vegetation von grünen Pflanzen und Bäumen schnell in rote Erde, nur noch vereinzelte Bäume und viele Termitenhügel über. Das Outback ist ein ruhiger Ort, mit sehr viel Weite und noch mehr Einsamkeit. Der Stuart Highway, der von Norden nach Süden einmal quer durch Australiens Outback führt, ist mit 2800 km eine der längsten Straßen der Welt.

Am Stuart Highway gibt es einige kleine Dörfer, teilweise wohnen dort nur 8 oder 10 Leute, aber einen Pub gibt es immer. Die Leute sind herzlich und reden gerne mit den vielen Touristen, die durch ihr „Städtchen“ kommen, um sich etwas zu Essen und zu Trinken zu kaufen. Viel Abwechslung gibt es dort nicht, denn eigentlich fängt direkt hinter den Häusern die Wüste an. Entlang des Stuart Highways gibt es aber dennoch einiges zu sehen.

Im Norden, etwas 400 km südlich der Stadt Darwin, gibt es die heißen Quellen von Mataranka, die Mataranka Hot Springs, die im Elsey National Park liegen. Die vielen Bäume um die Quellen drum rum sind von den Flying Foxes okkupiert und man muss richtig aufpassen, dass man deren aggressiven Kot nicht auf die Kleidung bekommt – rennen ist also angesagt. Aber der Besuch der Quellen lohnt sich dennoch!

 

Weiter geht es Richtung Süden – viele hundert Kilometer, auf denen außer den kleinen Dörfern nur rote Erde, Termitenhügel und Spinifexgras zu sehen sind. Etwa 100 km südlich von Tennant Creek, der Verbindungsachse in den Osten, befinden sich die Karlu Karlu bzw. Devil’s Marbles. Diese aus Granitfels entstandenen Kugeln liegen in der Landschaft herum, als hätten Riesen damit gespielt und sie einfach nicht wieder aufgeräumt. Einige tausend Kugeln liegen in diesem Gebiet herum, welches auch heute noch als heilig für die Aborigines gilt.

Weitere 400 km südlich liegt Alice Springs, das Zentrum des Outback. Obwohl es rund um die Stadt nur Wüste gibt, hat man zeitweilig doch das Gefühl nicht mehr in der Wüste zu sein. Es gibt eine Einkaufsstraße mit den gängigen Geschäften, man kann sich in kleine Parks setzen und die Museen der Stadt anschauen. Die „School of the Air“ zeigt wie früher und heute die Kinder der Stations im Outback via Funk bzw. heute per Internet unterrichtet werden. Im Alice Springs Reptile Center kann man alle möglichen Reptilienarten Australiens bewundern, vom kleinen Süßwasserkrokodil bis zur Brown Snake, einer der giftigsten Schlangen der Welt.

Von Alice Springs aus sind es weitere 450 km bis man zu dem Wahrzeichen Australiens kommt: der Uluru oder Ayers Rock. Für viele ist er das Highlight einer Australienreise und dieser Felsblock in der Wüste ist auch wirklich sehr beeindruckend. Wenn man vor Sonnenaufgang losgeht, kann man den Felsen in vielen verschiedenen Farben bewundern, von grau-rot im Schatten bis zu wirklich glühendem Rot in der Morgensonne. Was oft erzählt wird stimmt also, der Felsen scheint zu glühen! Der Weg (Basis Walk) um den Felsen ist ca 10 km lang, wobei man den Felsen von allen Seiten bewundern kann. Aber auch hier sollte man den Respekt vor dem Heiligtum der Aborigines nicht verlieren, nur an gekennzeichneten Stellen fotografieren und den Uluru nicht besteigen.

Die Olgas bzw. Kata Tjuta sind nicht weit vom Uluru entfernt und sind genauso einen Besuch wert wie der gigantische Felsen. Durch die Walpa Gorge, einer Sackgasse zwischen den Felsen, kann man bis zum Ende laufen und die Größe der Felsen bewundern. So viel Spinifex-Gras wie hier, findet man auf der ganzen Welt nicht mehr.

Ein weiteres mögliches und sehr lohnendes Ausflugsziel von Alice Springs aus ist der Kings Canyon im Watarrka Nationalpark. Die Landschaft ist beeindruckend und der Blick auf die Weite der Wüste von den erhöhten Stellen des Canyons unglaublich eindrucksvoll. Hier kann man Stunden mit Wandern verbringen, aber ebenso viel Zeit, um die Natur zu genießen.

Australiens Outback hat viel mehr zu bieten als nur rote Erde und eine unglaubliche Weite, aber das ist es, was unter anderem so sehr fasziniert. Aber auch die erstaunlichen Felsformationen der Wüste ziehen einen in ihren Bann. Da lohnt es sich mehr als genug, hunderte von Kilometer zu fahren, um solch eine eindrucksvolle Landschaft zu bewundern.

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Datum: Dienstag, 7. Juni 2011 10:45
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